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Kinderverkauf und die Abfahrt von Bomdilla

Kap19.3.2012 Die Abfahrt von Bomdilla verlief unproblematisch. Wir fahren auf diesen abenteuerlichen Straßen bergauf und bergab, wie es die Landschaft vorgibt. Hier sieht man an den hohen Hängen noch sehr viel „Djungle“, wie man ihn sich so vorstellt. Die Häuser an den Straßen wie üblich Bambusgeflechte, nur selten mit Lehm verschmiert, überall Holzsammler. An einer Stelle treffen wir einen Monpa-Mann mit einem traditionellen Hornbill-Hut, der zu einem Nachbardorf zu einem Fest gehen will. Am Straßenrand steht mal wieder ein „Local truck“, wie hier die selbstgebauten Seifenkisten genannt werden. Wir halten noch mal bei den Straßenarbeitern, die hier in Arunachal über 4000 RPs verdienen, also so viel wie die Lehrer in Assam. Der Abschiedspunkt von Antoni nähert sich, der zurück nach Assam will. Er kauft zu unserer Nervenberuhigung eine blöde Landkarte, auf der alle Städte andere Namen haben als in Wirklichkeit, dann steigt er in Balipara/Asssam aus und wir sind mit dem nur assamesisch sprechenden Borman allein. Die Straßen hier im Tal sind ganz unglaublich staubig, man sieht die Wege oft nicht. Wir müssen wieder durch einen Checkpoint zurück nach Arunachal Pradesh. Dann fährt er auf einer großen Schleife nach Itanagar, was uns verärgert. Es stellt sich später heraus, dass der von uns angeordnete viel kürzere Weg als unsichere Straße bezeichnet wird. Es geht eine Weile mit der Unterkunft hin und her, offensichtlich sollen wir nicht beim Bischof schlafen. Es wird dies und das diskutiert, letztendlich landen wir bei den Salesianern, die hier eine Kirche St. Mary betreiben. Das Haus ist blitz neu, erst ein Jahr alt, es ist sauber, mit Wasser und Internet und Essen. Beim Abendessen zeigt man uns die neuen Kirchenpläne: ein großes Gebäude für 700 Menschen, die jetzt noch in eine kleine Wellblechkirche in 4-5 Messen gehen. Man sammelt Geld. Es wird erwähnt, dass die meisten der hiesigen Projekte von Deutschland massiv unterstütz werden, dass viele „generos German“ hier bezahlen, was die Inder eher verwundert. Der alte Fr. Tom Kar, 75, mit einem Auge, das bei einer Katarakt –OP zerstört wurde, mit einem Magengeschwür und schmerzenden Knien und Rücken ist der Senior. 20.3.2012 Fr. Polykarp,38J., ein College-Lehrer – Mathe, Chemie, Physik und Ethik -aus Orissa übernimmt unsere Führung. Er erzählt, dass in seinem Dorf seine Familie die einzige Christenfamilie war. Manchmal kam der Pfarrer vorbei, das hat ihn sehr aufgewertet. Der hat dafür gesorgt, dass er als einziger Junge seines Ortestin die Schule ging, das waren 20km Schulweg, die er täglich lief, inzwischen ist er Dr. phil. Orissa ist 20mal ärmer als AP, der ärmste der indischen Staaten und bekommt keinerlei Unterstützung vom Zentrum. AP hat durch die Grenznähe den Vorteil der massiven Unterstützung. Man spürt, dass er wütend darüber ist. Die Väter müssen genau wie alle anderen jährliche Per,ots zahlen und da sie einen öffentlichen Dienst verrichten sind sie darüber ärgerlich. Sie sind offensichtlich hier nicht wertgeschätzt – wie in Manipur, Nagaland o.ä. Die starke Gegenströmung kommt von der Regierungsseite her, die eindeutig dem Hinduismus bevorzugen möchte, es gäbe hier auch sehr viele fanatische Hindus, die christliches Eigentum zerstören und die Christen bedrohen. Bei dem Gespräch stelle ich fest, dass der lokale Gott hier wieder Donibello ist, der gleiche, den auch die Mishings verehren und der sich in Sonne Mond und Sterne offenbart. Die Einheimischen sind also weder Hindus noch Christen noch Muslime sondern „Animisten“ wie das bei uns so heißt und es gibt eine wilde Schlacht, zu wem sie gehören sollen. Die Katholiken hätten die meisten Probleme, weil sie mit dem Schulbau am tiefsten eingreifen . Andererseits senden alle Regierungsmitgleider ihre Kinder in deren Schulen, weil die anderen nichts taugen. Der jetzige Ministerpräsident – nach dem verunglückten Buddhisten – ist nun auch ein Katholik, da hoffen sie auf bessere Bedingungen. Da Polykarp seine Dr-Arbeit über Geschichte und Ethnologie der Gegend geschrieben hat, besuchen wir als erstes das Museum, 2010 eingeweiht und sehr hübsch gemacht. In vielen Teilen erkennt man die Kopie des Don Bosco-Museums in Schillong, z.B. in der Präsentation der Trachten. Der obere Stock wartet noch auf den Ausbau. Anders als die Saris werden die Kleidungsstücke hier alle geschneidert und genäht und nicht nur gewickelt. Der zweite Punkt der Rundreise ist der Besuch beim Bischof John Tom, der mitten im Umzug ist und der für uns die Permits besorgt hat und die wir bezahlen müssen. Er will dafür 150€ haben, die Vorinformation war 300€, im Reiseführer stand was von 75€, andere Informationen erzählten was von 500€, es stellt sich raus, dass sie auch manchmal ganz umsonst sind. Allein an einem solchen Detail wird klar, wie willkürlich „wild life“ dieser ganze Staat ist. , hier ist alles unklar. Bp Tom erzählt gerne und viel „kostet ncihts“ spotten die Frs. Aber uns amüsieren die Geschichten. Da ist z.B. ein Junge mit einem Motorrad ohne Bremsen von einem Berg heruntergekommen und an einer Kreuzung gegen 3 Trucks gestützt. Die anderen sind weggefahren, der Fr. in einem Truck hat ihn ins Krankenhaus gebracht, hat die Eltern verständigt. Als der Junge dann starb, ist der Clan des Jungen mit Messern aufgetaucht und wollte von dem Fr. eine Entschädigung, ein neues Motorrad und einen neuen, gleichaltrigen Jungen. Es wurde sofort mit Waffen gedroht, die äußerst gefährlich waren. Endlich wurde der Clan mit 100000 Rps = 1000€ abgespreist. Die Begründung des Clans war: wenn der Fr. gar nicht da gewesen wäre, dann wäre der Junge vielleicht noch am Leben, dann wäre da ja eine Lücke gewesen, durch die er hätte fahren können. Es ist ein schwieriges Arbeitsumfeld und Bischof Tom erzählt ganz offen, dass er eine Schlägertruppe braucht, die gelegentlich Forderungen abwehrt. Die Hindus hätten aber mit dem Ramakrishna-Hospital (Ramakrishna ist eine soziale Organisation der Hindus) das einzig vernünftige Krankenhaus in AP. Allerdings seien die Leute hier kaum bereit, in ein Hospital zu gehen, da müsse man sich an Regeln hälten, das wäre nicht ihre Sache. Die Nonne Mercy kommt auf einen Tee herüber und erzählt „lustige“ Patientengeschichten. Bei der letzten Wahl hätten sie sich so gekloppt und geschlächtert, dass die Schule geschlossen werden musste und alle Fr. in der kleinen Dispensery helfen mußten. Die haben dann die Schädel rasiert und verbunden, während sie die ganze Zeit über Plätz- und Schnittwunden genäht habe. Ein Mann habe seiner Frau ein riesiges Stück Fleisch aus dem Arm gebissen und sie dann gezwungen, das Stück Fleisch wieder in den Arm zu nähen, es habe funktioniert, die Frau lebe noch. Ein anderer Mann habe seine Frau so geprügelt, dass das Auge heraushing, sie habe es wieder eingenäht. Vor der Messe (früh) hat ein Mann mit einer Kapuze vor der Kirche geschlafen. Er hatte eine klaffende Schnittwunde von Nase zum Ohr, er hat die ganze Nacht gewartet und war vorher 2 Tage gelaufen. Da hat sie innen und aussen genäht, er blieb am Leben. Ein Junge hatte einen Bandwurm, der aus der Nase rauskam, er lief 5 Tage zu dieser Gesundheitsstation. Eine Frau hatte ein festsitzendes Insekt im Ohr. Niemand hatte eine Lösung, da kam die Putzfrau, befeuchtete ein paar starke Tabakblätter und tropfte diese Brühe in das Ohr, das Insekt starb und konnte rausgeholt werden. Würmer die aus den Augen und der Nase kommen. Ein Mann habe starke Kopfschmerzen und wollte eine Injektion. Dann beschimpfte er die Schwester, dass sie ihn in den Po gespritzt habe, er habe doch Kopfschmerzen. Also stach sie ihn noch in den Kopf. Einmal hat sie einen Gastognemicusmuskel angenäht und mit viel mühe die Wade repariert. Dann ist der nach Hause gegangen und kam am nächsten Tag mit erneut abgerissenem Unterschenkel zurück, da musste sie noch mal nähen. Einmal war ein Arzt auf der Station, der hat dann den Patienten zum Röntgen und ins Blutlabor geschickt. Da sind die Patienten sehr wütend gewesen, weil der Arzt gar nichts weiß, sondern nur die Leute rumschickt. Wenn eine Behandlung nicht anschlägt oder ein Patient stirbt, ist die gesamte Gruppe in Lebensgefahr. Sie ziehen sofort das Messer und hauen drauf. Es gibt keinerlei geregeltes Rechtssystem sondern nur das Recht der Faust. Der größere Stamm gewinnt. Jeder Konflikt geht für Fremde übel aus: „Warum hat dein Auto da überhaupt gestanden?“ wäre die Begründung, warum der Fremde zahlen muß, wenn der Einheimische dessen parkendes Auto schrammt. Man muß dann sofort bezahlen, wer es nicht tut, muß mit der weitgehenden Vernichtung seines Besitzes als erster Maßnahme rechnen. Immer wieder wird die ungeheure Kampfeslust betont. Sie müssen „milder and cleaner“ werden. Auch Fr. Polykarp berichtete, dass er mal eine ganze Nacht im Busch gesessen habe, weil man ihm das Haus abgesägt habe. Natürlich erzählen sie auch, dass die Menschen gastfreundlich, nicht berechnend, offenherzig seien. AP hat etwas über 1 Mio Einwohner, die in der Mehrheit zu der mongolischen Rasse gehören und auf uns „Tibetisch“ wirken. Danach besuchen wir einen großen, schönen buddhistischen Tempel in einer großen sauberen Gartenanlage, neu renoviert. Der Ausflug zu einem Teich auf einem Berg mit Paddelbooten und Tretbooten, einem großen Spielplatz, einem Schwimmbad. Aber auch hier viel Vandalismus. Dort hören wir plätzlich Geräusche wie bon einem Feuerwerk. Es stellte sich heruas, dass es explodierender Bambus ist: die umliegenden Berge werden gerade abgebrannt. Beissender Geruch, Qualm und Gestank ist in der Luft, die wie eine Milchsuppe dicht ist. Ich bin so traurig, wie der Wald hier vernichtet wird. Überall sieht man die kahlen Kuppen, die abgebrannten Hänge. Überall Geruch wie von „Kartoffelfeuer“, man sieht an manchen Stellen die Hand vor den Augen nicht. Als letztes besuchen wir ein Dorf der Nishi „unsere Leute“, d.h. Katholiken. Auch dieses Dorf ist umgeben von brennenden Hängen, die geflochtenen Häuser stehen auf brandgerodetem Boden. Wir werden in ein Haus eingeladen, klettern den Pfahlbau nach oben, stehen in einer „Loggia“. Das Haus ist nicht klein, in der Mitte wie bei den Mishings eine Feuerstelle mit darüber hängendem Geschirrregal und Matten am Boden. In der Ecke steht aber auch ein „richtiges“ Bett, ein Fernseh und eine Kochstelle mit Gas. Die Frau ist ca. 45 J. und trägt einen trisomiekranken ca. 4 jährigen Jungen. 2 kleine Mädchen laufen noch herum, von dem brennenden Berg kommt ein ca. 13 jähriger Junge freudig erregt dank des „schönen Feuers“. Insgesamt hat sie 7 Kinder. Wir beten für das kranke Kind und legen die Hand auf. Krankheit ist ein Hauptgrund, den Priester zu rufen. An diesem Abend muß Polykarp noch zu 3 weiteren Kranken um mit ihnen zu beten. Insgesamt 70 Familien gehören hier zu dieser kleinen Herz-Jesu-Kirche. Diese Familie baut gerade ein neues Haus aus Stein, man sieht, dass sich die Frau auf diese Verbesserung freut und der romantischen Bambushütte keine Träne nachweint. Auf die Frage, von was so ein Steinhaus bezahlt wird, „einige Subventionen vom Staat“. Es herrscht inoffizielle und ungeregelte Polygamie, das gäbe auch viele Kämpfe. Der hiesige Ehemann arbeitet für die Stromversorgung. Als letztes besuchen wir eine kleinere DB-Schule, in der Fr. Cyriak 200 Kindern und 4 Lehrern vorsteht, er zeigt ein PC-Labor und 2 Schulräume. Danach besuchen wir noch die „große“ DB-Schule mit 1000 Schülern und einem großen Jungens-Hostel. Diese Woche werden in ganz Indien Examina geschrieben, was den Schulablauf verändert. Nur wer diese Examen besteht, kommt eine Klasse weiter. Die Hostel-Jungen johlen im Haus herum weil sie einen Wissensquiz machen. So harmlos nett seien sie hier nicht, die Jungen würden saufen und raufen, das wäre schon gefährlich. Cyriak wird rausgerufen und muß ein Auto segnen, es herrsche ein tiefer Glaube/Abergkaube, Erfreulicherweise haben wir Internet, die Fr. haben Bier und Wein besorgt, es wird ein netter Plauderabend. Alles für die Weiterreise ist – wie üblich – gut organisiert. 21.3.2012 Wir fahren zurück nach Assam auf die gut ausgebaute HW 52 und kommen durch den nächsten Check-point wieder nach Arunachal, um dann die Berge hinaufzufahren. Weiße Milchsuppe verhindert jede Sicht auf die tiefen Täler oder die hohen Höhen, man sieht eigentlich nur abgebrannte Felder. Am Checkpoint steigt ohne weitere Fragen eine ältere Lehrerin zu, die von uns nach Lichi mitgenommen werden will. Dort unterrichtet sie in einer Grundschule, die wir besichtigen. Schmutzige Kinder in schmutzigen Räumen vor schmutzigen Papieren: auch diese schreiben Examen. Es sind um 11 h nur etwa 20 Kinder – meist Mädchen - in dem einen Klassenraum. Sie werden von 2 jungen Lehrern und einem Rektor mit 4 Rohrstöckchen bewacht. Die Lehrerin hatte etwas von 100 Schülern in den Klassen 1-6 angegeben. Es hängt ein Stundenplan mit den Fächern Englisch, Hindi, Mathe, Umweltwissenschaft aus. Ich lasse mir 2 der schmierigen Blätter zeigen, das ca. 12jährige Mädchen hat eine Reihe 5-10-15-20-25-30 richtig ergänzt. 5x10= und 7x10= hat sie nicht beantwortet. Ein kleinerer Junge hat auf dem Blatt nur AAAAAA und OOOOOO geschrieben. Unterwegs steigt ebenfalls ohne zu fragen ein Polizist zu und fahrt eine Station mit. Wir treffen die typischen Rinder, die hier Mithun heissen. Dann kommen wir in Yarichun an, das ca. 1 Std. südlich vom angestrebten Ziro liegt und wo wir mal wieder in einer DB-Schule übernachten, was wir auch taten. Der Kerala-Fr. fand die Arunachal ziemlich schrecklich! Er erzählt, dasss sie Kinder kaufen um mit 7 jährigen verheiratet zu sein, dass sie sich gegenseitig abschlachten wie die Tiere, dass Eltern vollkommen desinteressiert an ihren Kindern seien. Andererseits bedrohen sie die Fr. wenn die Kinder nicht in DB aufgenommen werde, alles sehr wiedersprüchlich. Wir treffen auf Kapuzinermönche, die auch dort eine Schule haben. Hier ist ein Basislager. Hier schlafen die Fr., wenn sie nach 12 Std. Fahrt von irgendwo her kommen, fahren dann zum Markt, der von hier nur 3 h entfernt ist, schlafen dann wieder in diesem Haus und fahren dann wieder 12 h zurück.
23.3.12 04:37
 


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